Die Menschen in Vietnam sind sehr nett. Entgegen einem Reise-Podcast, den Claudia gehört hat, sind auch die Bewohnenden des Nordens äusserst freundlich. Fremde Menschen grüssen und lächeln einen an und sind hilfsbereit, auch in den Städten. Ein Beispiel: Wir haben in einer Apotheke in Tok Coc eingekauft. Zurück bei unseren Fahrrädern haben wir beratschlagt und auf der Karte nachgeschaut, wo unsere Route weiterführen wird. Die Apothekerin kam hinaus und fragte uns, ob sie uns helfen könne.

Auch wenn die Englischkenntnisse der Vietnamesen zum Teil spärlich waren, es fand ein Austausch statt, oft mit Hilfe von Google-Translater. Unsere Guides verfügten über zum Teil ausgezeichnete Englischkenntnisse.

Allerdings war es manchmal herausfordernd, sie zu verstehen. Bei einigen Buchstaben haben die Vietnames/innen Mühe, diese auszusprechen, beispielsweise S oder T. Kombiniert mit der recht hohen Geschwindigkeit, mit der sie sprachen, mussten wir uns ab und zu konzentrieren oder nachfragen. Alle Guides waren sympathisch, engagiert, auskunftsfreudig.
Und auch die Chauffeure, die uns herumfuhren, versuchten, sich mit uns zu verständigen. Meistens sass Raphael vorne. Mit seiner gesunden Neugier und seinem Charme lockte er von den Fahrern die eine oder andere Information heraus. Nur ein Fahrer blieb immun und wortkarg. 😉

Gerne hätten wir uns noch mehr mit den Menschen, denen wir begegnet sind, unterhalten. Doch die Sprachbarriere verhinderte dies und es blieb beim Lächeln und Handzeichen.
Im Gegensatz zu unseren Erfahrungen bei Reisen in anderen Ländern lieben es die Menschen in Vietnam fotografiert zu werden. Nicht nur setzen sie sich selber in Szene, sondern fordern einen sogar auf, sie oder die Kinder zu fotografieren oder zu filmen.



Beeindruckend war für uns die grosse Gelassenheit der Menschen. Vor allem in Hue war dies augenfällig. Da gab es kein Gehetze, alles lief ruhig und geordnet ab. Sobald man nach dem Hochwasser wieder arbeiten konnte, machten sich die Menschen ans Werk.

Wir haben in diesem Monat nie einen lauten Streit erlebt. Selbst nach einem Unfall zwischen zwei Motorradrollern, den Claudia live erlebt hat, wurden die Fahrzeuge rasch von der Strasse genommen und einander geholfen.

Positiv aufgefallen ist uns ebenfalls, dass wir von den Händler/innen angesprochen und uns ihre Waren/Dienstleistungen angeboten wurden, doch ohne aufdringlich zu werden, selbst in den lebhaften Markthallen.

Ein letzter Punkt: Wir haben uns während unserer ganzen Reise sicher gefühlt. Klar, wir bewegten uns mehrheitlich in einer touristischen Bubble, doch auch nachts am Bahnhof von Ninh Binh oder im Nachtzug oder Claudia während ihren Entdeckungsjoggings oder -Spaziergängen durch die Städte – nie fühlten wir uns bedroht oder unsicher.

Nur einmal war es uns, das heisst vor allem Claudia, nicht ganz wohl. In Ho Chi Min gelandet, machten wir mit einem sogenannten Zwischenhändler den Preis für den Transport zum Hotel ab. Unser Gepäck wurde eingeladen und wir fuhren los. Der Chauffeur begann kurz nach dem Start zu diskutieren und gestikulieren. Wir verstanden nichts. Er fuhr wie ein Berserker im Parkplatzgelände herum. Claudia war nicht mehr wohl. Es war nachtdunkel. Wohin wollte dieser mit uns? Wir fanden heraus. dass er mit dem ausgehandelten Preis nicht einverstanden war. Der sichtlich verärgerte Driver fuhr das Taxi zurück zum Ausgangsort, ein anderer, ruhiger, sympathischer Ersatz stieg ein und führte uns sicher zum Hotel. 😅
Hinterlasse einen Kommentar