Den Passo Stelvio mit dem Velo – ein Plan, der seit längerem in uns schlummerte. Am 22. Juli stimmten die Wetterprognosen und wir konnten los, mit dem Zug nach Zernez. Das heisst, nicht richtig. Denn am Vorabend ging das Ventil am Hinterrad von Claudias Velo kaputt, so dass sie ihr Fahrrad vom Wohnort zur Bahnstation hinaufschieben musste …

Dies tat allerdings der Vorfreude keinen Abbruch. In Zernez flickte ein englischer Velomech – ein Liverpoolfan – das Velo, so dass wir unsere erste Etappe nach Müstair starten konnten, mit je fast 20 Kilogramm Gepäck. Die Fahrt war traumhaft schön, der Ofenpass anstrengend. Wie es wohl am Stelvio werden wird???



Nach einen Ruhetag mit Besuch des berühmten UNESCO-Klosters St. Johann in Müstair starteen wir vor sechs Uhr Richtung Prado. Wir sind fast alleine unterwegs, ohne Frühstück, denn alles ist noch geschlossen. In Prado verstärken wir uns mit dem ersten Getreidesportriegel und Wasser aus unserer Velotasche. Dann geht es den Pass hinauf, immer noch fast alleine. Wir hören Murmeltiere rufen und einmal sehen wir sogar einen Adler. Wir fahren am Hotel von Gustav Thöni, dem einstigen Dominator des Skiweltcups, vorbei. Nach und nach wird die Berglandschaft karger und die berühmten Kehren beginnen. Es sind 48, alle nummeriert.

Der Verkehr nimmt zu. Zahlreiche Motorräder, Autos aus den verschiedensten Ländern und Radfahrer – die meisten auf Rennrädern, nur wenige auf Tourenvelos – überholen uns. E-Bikes sehen wir nur ganz wenige.

Die Fahrt hinauf ist ein absolutes Highlight! Die Ankunft oben auf dem Pass unbeschreiblich schön, emotional! Wir werden begrüsst, beklatscht und Claudia wird sogar auf die Schulter geklopft.


Auf dem Pass ist ein wahres Volksfest im Gang. Stefan genehmigt sich eine Hirschbratwurst mit Senf, Kraut und Brot.

Nachdem wir das lustige Treiben auf dem Pass genossen haben geht die Fahrt weiter hinab auf den Umbrailpass, zurück nach Müstair. Die Landschaft ist atemberaubend schön!

Wir hatten grossen Respekt vor dem Stelvio-Pass, dem Königspass. Doch wir sind uns einig: Der Ofenpass war happiger 😅 …


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