Wir befinden uns zurzeit im Flughafen-Hotel von Santiago de Chile. Am Mittag fliegen wir über Sao Paolo zurück in die Schweiz. Den letzten Tag in der Atacama-Wüste schlossen wir mit herrlich erholsamen Stunden am Hotel-Pool und einem köstlich-leichten Znacht mit Pisco-Apéro und chilenischem Wein ab.




Der gestrige, zweistündige Flug von Calama nach Santiago war angenehm. Etwas nach 17 Uhr landeten wir in der chilenischen Hauptstadt, checkten im Hotel ein und bereits kurz nach 18 Uhr nahmen wir uns ein Taxi, um in die Innenstadt zu fahren. Der junge Taxifahrer merkte sofort, dass diese zwei Oldies aus Europa Greenhorns sind 😉 und bot uns an, uns die Stadt zu zeigen, was wir dankend annahmen. Denn mit dem Einbrechen der Nacht werde es an zahlreichen Orten – vor allem auf und um den berühmten Plaza de Armas – gefährlich. Die Läden schliessen um 20 Uhr. Nach 19 Uhr leeren sich die Gassen in diesem Quartier, selbst die Polizei sei nicht mehr präsent.
Die Plaza de Armas ist bei unserer Ankunft voller Leben. Es hat Familien, herumtollende Kinder, TouristInnen, Musiker, StrassenkünstlerInnen, viele Stände mit Handwerkskunst, aber auch mit viel Kitsch. An zwei Orten werden laut Jesus Worte verkündet und die Bibel angepriesen. Stefan legt einem Playback-Musiker einen Pesos-Schein in den Sammelkübel und filmt ihn.

Was für ein buntes Treiben. Es hat aber auch die Gegenseite. Vielerorts entdecken wir Menschen, die nach Essbarem suchen, die lust- und energielos herumsitzen. Die Armut scheint uns hier noch offensichtlicher, grösser zu sein als in Buenos Aires. In den angrenzenden Strassen der Plaza werden auf Tüchern ausgebreitet Waren angeboten, einzelne T-Shirts, „Marken“-Taschen, Unterwäsche und anderes mehr. Eine Frau zeigt auf Claudias Handy und fordert sie auf, dieses zu verstecken …
Auf unserem Rückweg zum Parking hören wir auf einmal Schüsse, und noch einmal. Sie kommen von dort, wo wir zuvor waren. Einige Menschen rennen dorthin, andere wiederum weg. Unser Taxifahrer bleibt ruhig und schreitet weiter voran – und wir auch.









Mit dem Auto fahren wir anschliessend ins Regierungsviertel, auf Wunsch von Claudia (…). Hier geht es weniger lebendig zu und her. Das Regierungsgebäude ist weiträumig abgesperrt. Überall Überwachungsleute. Auf dem Park tummeln sich einige Menschen und Hunde herum. Im Hintergrund hören wir, dass in der Nähe protestiert wird. Wir entdecken die Statue von Salvador Allende, dem Regierungspräsidenten, der 1973 vom Militär gestürzt worden ist …






Der Taxifahrer führt uns ins Bellavista, wo sich unzählige Restaurants befinden, von überall ist südamerikanische Musik zu hören, das Angebot ist gross. Es hat vereinzelte Touris, aber die meisten sind Einheimische. Wir geniessen unser chilenisch-peruanisches Essen und die Getränke und lassen so unseren wunderbaren Tag ausklingen.



Santiago ist eine quirlige Stadt mit Gegensätzen, wie viele andere Grossstädte auch. Ein Ort mit einer grossen politischen Vergangenheit. Wir konnten ein paar Stunden Luft schnuppern. Zum Glück haben wir uns zu diesem Kurztrip entschieden!


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